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Gedanken zum Rosenkranz
von---> P. Innozenz Maria Varga OP
Es gibt viele Arten zu beten. Das Rosenkranzgebet ist eine davon. Aber eines ist sicher: das Rosenkranzgebet ist ein wesentliches Gebet; es führt zur Mitte des Glaubens.
Im Credo bekennen wir uns zum dreifaltigen Gott. Und immer wieder klingt zwischendurch das „Ehre sei dem Vater...“ auf als der unsterbliche Lobpreis auf das Geheimnis der Dreifaltigkeit.
Der Rosenkranz ist seinem Wesen nach auf Christus bezogen. Jesus Christus ist der Mittelpunkt. Seine Gedankenwelt greifen wir auf in den Sätzen des Vaterunser, das er uns selbst gelehrt hat. In den Geheimnissen des Rosenkranzes begleiten wir den Herrn auf jenem Weg, den Er um unseres Heiles willen gegangen ist, und den Paulus im Philipperbrief (2, 5-11) beschreibt: „Er entäußere sich, wurde wie ein Sklave den Menschen gleich. – Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. – Darum hat Gott ihn über alle erhöht und ihm den Namen gegeben, der jeden Namen übertrifft.“
Mit Maria aber, die wir mit dem Ave grüßen, kommt der Mensch, der erlöste Mensch, ins Spiel. Die 15 Geheimnisse sind Stationen unserer Erlösung: der für uns Mensch geworden ist, der für uns gekreuzigt worden ist, der für uns auferstanden ist. In Maria wird der Weg unserer Erlösung sichtbar. Papst Paulus VI. nannte den Rosenkranz einen „Abriss des ganzen Evangeliums“.
Wir leben in einer technisierten und oft allzu rationalistischen Welt. Einkehr und Meditation sind heute sehr gefragt. Viele Menschen wenden sich den Meditationsweisen zu, um zu ihrem Menschsein zu finden. Die Kirche bietet uns aus ihrer langen Erfahrung eine Weise der Meditation an, die allen Christen zugänglich ist: Im Rosenkranz soll der Christ unter der Führung des Heiligen Geistes zu einem ruhigen Schauen der Heilsgeheimnisse und so zu einer frohen Erkenntnis des Christseins kommen.
Schätzen wir den Rosenkranz und beten wir ihn eifrig! Sinnlos wäre es, den Rosenkranz einmal um unsere sterbenden Hände zu winden, wenn wir ihn nicht im Leben betend um unsere Hände geschlungen hätten.
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