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Heidi Baratta*), die heute als Malerin tätige Künstlerin war zuvor am Burgtheater im Schauspiel engagiert und berichtet hier über ihre Einzelmitgliedschaft im "III. Orden"
die entstehung des III. ordens liegt im dunkeln. sicherlich gab es den III. Orden, so wie wir in heute verstehen, zur zeit des hl. dominikus nicht. so wie wir den III. orden heute verstehen, gab es ihn auch zur zeit der hl. katherina v. siena nicht, so wie wir den III. orden heute verstehen, gab es ihn aber auch vor hundert jahren nicht und so wie wir den III. orden heute verstehen, verstehen wir auch heute den III. orden nicht….
aber wir lieben ihn. jeder, der ihm angehört auf seine weise.
und es gibt verschiedene weisen ihm anzugehören.
die „regulierten schwestern“, die krankenhäuser, schulen, wellneszentren oder etwas anderes nützliches leiten, gehören ihm an, und die nicht regulierten „laien“, die als „laiengruppen“ oder als „einzelmitglieder“ an den gesamtorden (=die dominikanische Familie) angeschlossen sind.
sowohl laiengruppen, wie auch einzelmitglieder haben die möglichlichkeit sich nach abschluss einer probezeit und eines noviziates mit ewiger profess ganz an den orden zu binden. Rechtlich sind die laien mit profess den laien ohne profess gleichgestellt, da sich aus dieser zugehörigkeit zum orden kein rechtsanspruch ableiten lässt. warum dann also? warum entschliesst man sich in den III. orden der dominikaner einzutreten?
die mitgliedschaft im dritten orden ist die antwort auf einen ruf. man versteht erst nach einiger zeit, was die geistliche gemeinschaft bedeutet, in die man eingebunden wird. auch in der welt gibt es zahllose geistige gemeinschaften – der wissenschaftliche diskurs, das know how in handwerk und technik, freundschaftsbeziehungen in verschiedenen gesellschaftlichen gruppen, die sogn. öffentlichkeit, netze, die oft wirksamer und wirklicher sind als man glaubt, aber sie finden auf der ebene der natur statt, auf der eben des menschlichen geistes, den gott uns verliehen hat. geistliche gemeinschaft hingegen passiert auf der ebene der gnade. das wesentliche der ordenszugehörigkeit ist die gemeinschaft mit der heiligkeit des gründers und der heiligkeit all derer, die die heiligkeit erlangt haben, auf erden oder im himmel. sowie irdische geistige gemeinschaft einen prägt und formt, weil man teil hat an einem fluss von informationen und voneinander lernt, bewusst oder unbewusst, so prägt einen die geistliche gemeinschaft ohne, dass man viel bemerkt. es ist erstaunlich, wie wirklich und kraftvoll die gemeinsame anteilhabe am geist des hl. Domnikus und seiner heiligen brüder und schwestern ist. Es gibt tatsächlich besondere gnaden, die sich der orden im laufe der jahrhunderte erworben hat und man hat tatsächlich als mitglied des III. ordens daran teil. Zu diesen gnaden gehört eine besondere ausrichtung der geistlichkeit, ein bestimmter character, gegen den man sich schwer wehren kann, den man sich aber auch nicht willentlich aneignen kann. Eine gewisse familienähnlichkeit. es wächst eine natürliche liebe, aber auch einevon der gnade bestimmte liebe und erkenntnisfähigkeit, die man sich vor dem eintritt nicht vorstellen hätte können.
ich hoffe meine brüder und schwestern sind einverstanden mit dem, was ich sage. sie hätten es alle viel besser gesagt – die heilige Katherina v. siena, die hl. Rosa von lima, die päpste des dritten ordens (Benedikt XV. und Pius XII.) die priester und theologen (Martin grabmann, Ernst commer, Ludwig Maria grignon v. montfort, Arnold janssen), die königstöchter und begnadeten putzfrauen, die nobelpreisträger (Sigrid unseld literatur und Albert houssey medezin), die arbeitslosen schauspielerInnen, politiker (Aldo moro) das seherkind von la salette (Marie calvat) und alle anderen aus dem III. orden mögen mir meinen unverstand verzeihen.
man sagt ja, der hl. Dominikus selber hätte schon zu lebzeiten unseren III.. orden gegründet. die klugen brüder meinen es wäre eine fromme tradition aus dem 14. jahrhundert, ich bin aber überzeugt, dass ersteres stimmt. der heilige Dominikus lebt nämlich immer noch. und deshalb hat er sicher selber zu seinen lebzeiten den III. orden gegründet. wir begegnen ihm auch heute noch in gewisser weise. wir begegnen ihm in j e d e m der zum orden gehört und freuen uns.
O spem miram, quam dedisti mortis hora te flentibus, dum post mortem promisisti, te pro futurum fratribus, imple pater quod dixisti…
*) heidi baratta:
studium der malerei an der akademie d.b.k.wien diplom bei prof hollegha
studium schauspiel am reinhardseminar wien
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